Ach je

Jetzt habe ich glatt vergessen, den Geburtstag dieses für die Menschheit so wichtigen, weil medienkritischen, kulturoptimistischen, photophilen, computerevolutionären, verbraucherfreundlichen, verfahrenserklärenden, herstellerentlarvenden, ja, umfassend gutmeinenden BLOG zu feiern. Hiermit mache ich mein Versäumnis wieder gut und teile den dritten Jahrestag der Entstehung (Mike, nochmals danke für die Idee) mit.

PS: Damit der Witz auch jedem auffällt: Betrachte das Bild…. schaue genau hin… zeige mir die tiefere Weisheit… ;-()

DNS und die Folgen

Dass Google jetzt auch einen eigenen DNS-Server anbietet ist ja unter Umständen nicht so vorteilhaft, wie dessen leicht zu erinnernde Adresse glauben machen könnte. Aber wie wichtig ein funktionierender DNS-Dienst ist, erlebt jeder täglich auf seinem Weg durch’s Internet.

Ärgerlich ist es aber, wenn vermeintliche Hilfsangebote z.B. der Telekom bei nicht auflösbaren IP-Adressen einen eigenen Inhalt präsentieren. Klar, dadurch wird bei einem Webbrowser nicht Leere, sondern eventuell eine erhellende Liste von ähnlichen Treffern gezeigt. Aber bedeutet das für andere Programme, z.B. iTunes? Die werden in die Irre geleitet:

Statt des Titels des Podcasts (z.B. „SWR2 Aula“) wird der Schrott „T-Online Navigationshilfe“ angezeigt (vermutlich ein Parsing-Error von iTunes). Dennoch:

Das passiert, wenn sich Hilfsbereitschaft als Fehl-am-Platz herausstellt. Irgendwie komme ich mir vor wie die Oma, die gar nicht über die Straße rüberwollte, aber vom netten Jungen Mann etwas zu forsch unter’m Arm gepackt wurde.

Bundestrojaner sind dann wohl unnötig…

Google, ein US-amerikanisches Unternehmen, bietet unter den markanten IP-Nummern (Version 4) 8.8.8.8 und 8.8.4.4 einen öffentlichen DNS-Service an, der unabhängig vom eigenen Internet-Provider funktioniert. Gut zu wissen und in einigen Fällen vielleicht auch eine ganz praktische Hilfe – ABER:

Wo stehen die DNS-Server von Google und wer administriert sie? Wer kann Einblick in die Zugriffsprotokolle (Logs) nehmen? NSA?

Wenn ich wirklich (wie dort empfohlen) direkt mein Betriebssystem so einstelle, dass immer diese Server verwendet werden, ist ja praktisch bei jedem ersten Zugriff auf einen Dienst (neben Web eben auch Mail, Feed oder Stream) eine Notiz bei „denen“ hinterlegt! Damit verhilft man doch nur der Horrorvision einer Datenkrake zur Realität!

Kann nur davon abraten, das zu nutzen!

“Unreverse Save”

Heute konnte ich jemanden glücklich machen, indem ich die Bilder von einer vermeintlich überformatierten Speicherkarte einer Digitalkamera restauriert habe. Eigentlich habe ich diesem Problem nie besondere Bedeutung beigemessen, weil die Speicherkarten mir eher kaputt gehen, als versehentlich gelöscht zu werden. Hier kam erschwerend hinzu, dass dieser „jemand“ eine Kamera eines Dritten fehlbedient hatte und beide den angeblich über einige Minuten dauernden Löschvorgang nicht stoppen konnten (auf die Idee, den Akku herauszunehmen, sind sie nicht gekommen – und vielleicht hätte das die Karte auch wirklich zerstört). Mein Erfolg war umso unerwarteter, da ein vorher konsultierter Fotohändler keine Bilder wiederherstellen konnte.

Durch einen Artikel in der c’t war ich auf das kostenlose Werkzeug „Recuva“ aufmerksam geworden, das ich erfolgreich unter VMware laufen lassen konnte. Tipp: Im „Wisard“ gleich den „Deep Scan“ für „Other file formats“ (entsprechend aller bekannten Formate) aktivieren. Übrigens bietet das Programm auch an, auf anderen Medien ein „undelete“ durchuuführen; für den einen oder anderen ist das vielleicht interessant?

Für die Prüfung einer 2GB SD-Karte benötigte mein Setup gut eine Viertelstunde; für eine 8GB CF-Karte etwas über zwanzig Minuten. Das Zurückspielen der Dateien etwa ebenso lange. Nachteil: Dateinamen und Änderungsdaten werden zwar teilweise korrekt in der Fundliste angezeigt, aber beim „Restore“ nicht zurückgeschrieben. Also habe ich mir auch noch das in Perl geschriebene EXIFTools für Mac installiert und mit dem Befehl

exiftool “-DateTimeOriginal>FileModifyDate” [PATH]

via Terminal die Änderungsdaten auf das Aufnahmedatum gesetzt. Funktioniert natürlich für JPEG u.a., aber nicht für Filmdateien (QuickTime Movie-Container „.mov“ in diesem Fall).

Intel SSD Firmware-Update

Zum Glück ist die Intel SSD X-25M G2 noch ein neues und vergleichsweise interessantes Produkt, so dass z.B. Engadget sogar über einzelne Firmware-Updates schreibt. Ansonsten hätte ich die Aktualisierung wohl übersehen. Trotz der Warnhinweise habe ich meine mit MacOSX und Daten gefüllte SSD aktualisiert (allerdings braucht der Mac etwas länger, um von der CD mit FreeDOS zu booten).

Die SSD ist mun mit gut 70% gefüllt und erreicht Lesegeschwindigkeiten von fast 200 MB/s und Schreibraten von über 60 MB/s. Damit scheint sie etwas langsamer als in den ersten Tagen zu sein.

Wenn Clever schlauer als Intelligent zu sein versucht…

…geht’s bestimmt schief. So auch in meinem Beispiel heute, bei dem man auf einem DELL Drucker von Quark XPress 8 unter MacOSX nur dann drucken kann, wenn man nicht die spezielle DELL-Software (PPD) verwendet, sondern mit einem „generischen“ (=allgemeinen) Druckertreiber arbeitet. Das ist mir bisher noch mit keinem anderen Programm passiert; offenbar will QXP da einfach schlauer sein und murkst soviel Spezialcode in die Postscript-Ausgabe, das sich der Drucker verschluckt: empfängt bestenfalls die Daten, quittiert sie mit einem „Piep“ und macht nichts, gar nichts, nicht mal einen Fehlerbericht ausdrucken.

Endlich bin ich den Umweg über PDF los (die als PDF exportierte Datei liess sich immer von Acrobat Reader aus drucken).

Ab jetzt liegt’s an mir…

Probehalber (? ;-) nutze ich eine Intel Solid State Disk (SSD) als Bootvolume. Dort residieren auch die umfangreichen Mailarchive, die Programme und Caches. Aus Platzgründen sind alle Dokumente auf einem ehemaligen Volume verblieben, ebenso wie die Musik- und Photo-Bibliotheken und auch der virtuelle PC (VMware).

Das Starten des Rechners ist in unter einer Minute komplett erledigt – inkl. Finder, Desktop und Menüzeile! Genauer gesagt ist nach unter 20 Sekunden der Bootvorgang abgeschlossen, sofern man die 15 Sekunden vom Drücken des Einschalters und dem Erscheinen des Apfels vor grauem Grund sowie dem Auswählen des Nutzers und Eingeben des Kennworts mal absieht. Wow.

Viele Programme starten fast „instant on“, was besonders bei Mail.app und Google Earth auffällt. Mail.app ist in vielleicht zwei Sekunden komplett hochgefahren und kann ca. viertausend Spams aus einer Mailbox mit fast achttausend binnen weniger Sekunden herausfiltern. Google Earth ist ähnlich verblüffend schnell hochgefahren und erlaubt bisher ungesehen sanftes Reisen auf dem virtuellen Globus zu, selbst wenn 3D-Objekte im Bild sind.

Noch ein Wort zu Safari, das ich meist mit an die zwanzig Tabs öffne, die nun alle „ohne Gerödel“ aufblitzen und auch komplexe Seiten wie Spiegel Online annähernd sofort darstellen. Auch gelingt das Abspielen von Flash-Videos innerhalb von Safari jetzt von deren Anfang an im Vollbild-Modus – ohne Geruckel und Aussetzer.

Ab jetzt liegt es also an mir, „wenn’s mal wieder länger dauert“: Die Rechenkerne können endlich auf ausreichend Nachschub vom Sekundärspeicher zugreifen und der Anwender ist nicht mehr von Laufgeräuschen der Festplatten genervt. Kurz: Die X25-M ist ein durchaus brauchbares Stück Fortschritt.

Jetzt muss sie nur noch im Dauer- und Langzeitbetrieb ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Zur Zeit habe ich einen Füllgrad von 50% erreicht (angeblich sind die Algorithmen der Speicherverwaltung noch nicht für alle Lebenslagen optimal) und nutze die SSD auch erst seit kurzem, so dass noch nicht allzu viele Dateien gelöscht sein dürften. Windows 7 soll sich ja mit speziellen Kommandos von Dateien verabschieden können, so dass diese der SSD-interne Controller nicht weiter berücksichtigen muss – von MacOSX ist diesbezüglich nichts bekannt, obwohl im MacBook Air bereits seit längerem SSDs angeboten werden. Direkt nach Einbau habe ich die Geschwindigkeit u.a. mit dem altbewährten „Helios Lantest“ ermittelt, der in weniger als einer Minute (!) den Test mit 300MB-Dateien zehnmal durchlief und dabei zwischen 140 und 180 MB/s Lesen und zwischen 60 und 100 MB/s Schreiben konnte. Bei 3GB-Dateien waren die Schreibwerte heute im Mittel sogar bei 80 MB/s und Lesen bei mittleren 220 MB/s…

Übrigens habe ich die SSD, die ja im für Notebooks geeigneten Formfaktor angeboten wird, mit einem Adapter für 2,5″ sATA auf 3,5″  sATA von Kingston in den Laufwerkschacht des MacPro eingesetzt (war endlich bei Alternate lieferbar; gibt’s auch bei Terrashop etwas günstiger von einem anderen Hersteller). Die SSD wurde bereits mit aktuellster Firmware ausgeliefert (das ISO-Image bootete den MacPro).