PCL versus PostScript Druckertreiber

Manchmal bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, zu druckende Seiten an einen Drucker zu senden. Und je nachdem welchen Druckertreiber man anwählt, erhält man auch andere Ergebnisse. Hier möchte ich das anhand der beiden Druckertreiber verdeutlichen, die für den Dell MFP 3115cn unter Windows installiert werden:

Beide Bilder zeigen Ausschnitte von einem PDF-Ausdruck des Druckers, die von ihm auch wieder eingescannt wurden. Die unten sichtbare Auflösung entspricht der originären 600 dpi Scannerauflösung. Im Original sind die Versalhöhen der Buchstaben 2mm groß, es handelt sich also um eine 8 Punkt Schrift.

 dell-raster-ps.gif 

dell-raster-gdi.gif 

Die obere Ausgabe ist mit dem PostScript-Treiber (PS) gedruckt, die untere mit dem PCL-Treiber. Auffällig ist, daß die Schrift bei PS besser ausgerichtet ist, was z.B. am Grundlinienversatz des „z“ bei „biz“ deutlich wird. Andererseits ist das PS-Raster unansehnlich, wohingegen die hellen Wolken über den Buchstuben oben weniger auffallen als beim PCL-Druck. Woher die Wolken überhaupt kommen, ist mir unklar.

In beiden Ausdrucken übrigens kann man prima die gelben Pünktchen erkennen, die von vielen Farbdruckern und -kopierern auf’s Papier gebracht werden, um damit den Fahndern die Verfolgung von Urkundenfälschern zu erleichtern.

Bereits bei den ersten Probedrucken sind mir aber noch weitere Unterschiede aufgefallen: PCL-Drucke von Photos oder großen Graphiken dauern bei weitem nicht so lange wie die Verarbeitung der gleichen Daten per PostScript. Leider jedoch ignorierte der Drucker zuerst meine Papierfachauswahl, weil ich mit den vielfältigen Optionen von RagTime nicht zurecht kam, die einen im Druckertreiber eingestellten Wert (Papierfach) mit Einstellungen an anderer Stelle überschrieben.

Ein Gedanke zu “PCL versus PostScript Druckertreiber

  1. Die Wolken könnten ein Effekt des Druckwerkes sein. Laserdrucker laden die Walze zunächst mit einer elektrischen Spannung auf. Dann wird mit dem Laser die Ladung an bestimmten Stellen umgekehrt, so daß sich quasi ein elektrisches Abbild der zu druckenden Seite ergibt. Wenn nun eine größere Fläche (mehrere schwarze Bildpunkte) existiert, könnte es sein, daß der Toner der Nachbarschaft durch die große Ladung der Fläche sozusagen entzogen wird?

    Zu Testen wäre das evtl. mit einfachen geometrischen Figuren, anstelle von Buchstaben. Wenn der Effekt da auch auftritt, dann hat er zumindest nichts mit dem Rendering von Text zu tun. Auch der Druckertreiber sollte egal sein, wenn es sich um einen physikalischen Effekt handelt. Die unterschiedlichen Rasterungsalgorithmen könnten aber die Bewertung der Ergebnisse etwas erschweren.

    Druckt der Drucker die gelben Punkte auch im reinen S/W-Druck? D.h. wird gelber Toner und evtl. zusätzlich Druckzeit für S/W-Seiten verbraucht?

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