Dell Online-Shop Erfahrungsbericht
[4. Update]

easyasdell.jpgGenerell hat Dell den Nachteil, daß man die Geräte und Ersatzteile nur direkt von diesem Hersteller und vorzugsweise in dessem Online-Store beziehen kann. Preislich ist das wohl in dem speziellen Fall (Ersatztoner) kein Problem, doch Dell ist offensichtlich die einzige Quelle dafür. Natürlich erübrigen sich Preisvergleiche und marktkonforme Straßenpreise gibt’s auch nicht, da kein Händler die Produktlinie führt (anders als bei Apple z.B.).

Bekannt sind auch die bei Dell üblichen langen Lieferzeiten von fast drei Wochen nach Bestellung und die Kommunikationsprobleme mit den Mitarbeitern bei Dell, die wohl alle aus dem französischen Sprachraum kommen und deren Deutsch schwer verständlich ist (anders, als bei Apple z.B., die die Telefonate nach Irland leiten).

Der Online-Shop hat ein paar Merkwürdigkeiten, über die man gleich zu Beginn stolpert: Nicht alle Produkte sind mit wenigen Klicks zu erreichen; der o.a. Drucker lief aber zum Glück in der Werbeanimation druch und konnte so direkt aufgerufen werden. Sonst aber muß man sich sofort einer Kundenklasse (Privat, Kleingewerbe, Mittelstand, Großunternehmen, Behörde) zuordnen, die auch andere Produktauswahlen präsentiert bekommen (sonst sind Änderungen in Preisangaben und Garantie abhängig vom Kundentyp üblich). Z.B. konnte ich als Mittelständler farbigen Toner auch einzeln ordern, aber als Kleinunternehmer nur alle vier Farben im Paket. Auch war der Gang zur virtuellen Kasse unterschiedlich und es ist mir immer noch unklar, warum ich als Kleinunternehen einen Dell-Account zum Bestellen brauche aber nicht als Kleinunternehmer, als der man direkt zur Kasse geht. Vielleicht erklärt sich das aus den unterschiedlichen Bestellverfahren, die beim Mittelständler über Angebot/Auftragsbstätigung läuft?

Leider gab es auch Fehler in der Programmierung des Shops, so daß manche Texte nicht zutreffend waren (z.B. „Kein Druckerkabel gewählt“ wenn kein Tonerpaket gewünscht war), oder Informationen über mitgeliefertes (Startset Toner?) oder notwendiges (Telefonadapter GER?) Zubehör nicht verlinkt und auch sonst nicht zu finden waren. Im Verlauf wurde dann auf nicht ausgefüllte Felder hingewiesen, die mit den Fehlermeldungen nicht zu identifizieren waren: Da die Telefonnummern an vielen Stellen vorkommen und was mit dem Telefonnummernformat muniert wurde, habe ich sie wohl an die zwanzig Mal eingetippt, bis ich endlich das Feld „Telefon (alternativ)“ aber mit den identischen Daten gefüllt habe.

Der Hammer ist aber, daß man nach dem Absenden der Bestellung eine Rückmeldung im Web erhält, aber keine Email. Die Bestellung sei solange nicht im System und der Status damit online nicht abrufbar, wie sie nicht im Auftragssystem von Dell verarbeitet wurde, was ein bis zwei Tage dauern kann. Hoffentlich hat man sich die „Internet Quittungsnummer“ von der Webseite notiert, mit der man telefonisch nachfragen kann. Und so warte ich jetzt schon über einen Tag auf Rückmeldung, während dem Shop meine Internet Quittungsnummer weiterhin unbekannt ist.

Also rufe ich nach anderthalb Tagen in der Zeit von 08-22 Uhr dort an. Drei Audiomenüs und sieben Minuten Wartezeit später meldet sich tatsächlich eine wie erwartet gebrochen Deutsch Sprechende mit französischem Akzent, die nach fünf Minuten Suchen in angeblich verschiedenen System fündig wird: Die Bestellung sei eingegangen und werde bearbeitet, „sobald das Geld vom Kreditkarteninstitut gutgeschrieben“ sei. Dann würde die Ware „in Produktion“ gehen, was vier bis fünf Tage dauern würde, aber immerhin soll zu diesem Ereignis auch die Bestätigungsmail verschickt werden. Hinzu kommt die Zeit für den Versand, die man mit „drei bis vier Tage“ veranschlagen soll. Das Gefühl, daß dieses ganze Telefonat eigentlich vergeblich ist, wird durch die Verwunderung der Frankophilen über das Format meiner Internet-Quittungsnummer nur bestätigt. Dennoch gebe ich mich vorerst zufrieden und erwarte frohgemut das Abbuchen des Geldes zum Wohle von Dell…

Am Abend des gleichen Tags, also genau uwei Tage nach der Bestellung, gehen dann tatsächlich zwei identische Bestellbestätigungen per Email bei mir ein, die allerdings sehr unschön formatiert und mit diversen, meinem Mailprogramm unverständlichen HTML-Kauderwelsch versehen sind. Hoffnungsfroh logge ich mich wieder einmal auf den Bestell-Status-Seiten bei Dell ein, diesmal mit Erfolg:

dell-bestellfeedback.jpgDas sieht doch gut aus, wenn ich auch nicht weiß, was „EMEA“ bedeutet: Die Phasen Auftragserledigung werden angezeigt und man sieht, welcher Status erreicht wurde. Doch leider, oh Schreck, steht dort auch der voraussichtliche Liefertermin: IN GUT ANDERTHALB MONATEN!! Hoffentlich ist diese Angabe genauso zuverlässig, wie das ganze Bestellsystem! Immerhin steht dort „am oder vor dem“ Datum, was ausreichend Spielraum für Beliebigkeit, Willkür, Unwissen, Vermutung und Hoffnung läßt.

2007-02-15, Update: Heute Mittag, also über einen Monat vor dem voraussichtlichen Liefertermin, war noch nichts anderes in der Bestellstatusseite zu sehen, als die Woche vorher auch. Doch seit abends sind plötzlich alle Punkte abgehakt und der Link zum Spediteur ist aktiv. Auch kann man die elektronische Fassung des Lieferscheins einsehen.
dell-bestellfeedback2.jpg
Jetzt stellt sich nur die spannende Frage, wann die Ware wirklich ankommt, denn woher sie eigentlich verschickt wird, weiß man noch nicht, da UPS die Trackingnummer noch nicht kennt.

2007-02-19 Update: Eigentlich wollte UPS nach ihren eigenen Tracking-Informationen erst einen Tag später liefern, aber heute morgen war dann doch schon der braune Mann vor der Tür und lieferte damit fast zwei Wochen nach Absenden der Bestellung den gewünschten Drucker:

dell-kisten.jpg

Alles weitere über diesen Drucker berichte ich besser auf einer separaten Seite. Aber soviel sei schon hier gesagt: Es ist ein super Gerät, das meine Wünsche voll erfüllt und die Erwartungen übertroffen hat! Ich bin, sozusagen, begeistert!

Abschließendes zur Einkaufserfahrung bei Dell: Man muß in Kauf nehmen, daß man das Gerät eben nur bei Dell kaufen kann und damit viele, sonst wie selbstverständlich genutzte Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung, zum Funktions- und Preisvergleich sowie Meinungsaustausch in Foren von Händlern einfach nicht existieren. Auch ist man bei Dell ein Kleinkunde, der nicht auf Rechnung einkaufen kann und am Telefon bei speziellen Nachfragen eigentlich nur hingehalten bzw. abgewimmelt wird. Das Shop-System hilft dort auch nicht weiter, denn es hat a) kleinere Macken (Programmierfehler oder Mängel in den gepflegten Daten) und b) gibt es den Stand der Bestellung wenig aktuell oder gar verwirrend wieder (man denke nur an den avisierten Liefertermin, der einen Monat nach dem nun wirklichen Termin lag sowie dem blitzartigen Durchlaufen der restlichen Schritte nach Annnahme der Bestellung binnen weniger Stunden).

Fazit: Würde ich wieder bei Dell kaufen? Nur dann, wenn das Produkt quasi einzigartig ist.

Ein Gedanke zu “Dell Online-Shop Erfahrungsbericht
[4. Update]

  1. Lt. Wikipedia is EMEA: „die Kurzform für die Europäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency) mit Sitz in London“.

    Oder ist es doch die „Abkürzung für den Wirtschaftsraum Europe (Europa, bestehend aus West- und Osteuropa), Middle East (Naher Osten) und Africa (Afrika)“?

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